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Das KAMINO Reutlingen zeigt ab sofort:

 

wir haben wieder geöffnet und zeigen ab 29.6. (täglich 15.00 Uhr)
 

Jenseits des Sichtbaren - Hilma af Klint
Tickets: www.kamino-reutlingen.de

 

 

Genießen Sie den Einführungstext zu Hilma af Klint von unserer Vorstandsvorsitzenden Barbara Krämer M.A.:

 

 

Hilma af Klint
Wer kennt diese schwedische Malerin? Und das: wohlgemerkt vor der Google-Recherche zum heutigen Film... Auch Fachleute konnten bis vor kurzem relativ wenig mit diesem Namen, mit dieser Malerin anfangen, was sehr schade ist und sich nach dieser Filmvorführung nun sicherlich
ändert.
Hilma wurde am 26. Oktober 1862 auf Schloss Karlberg in Solna geboren und starb am 21. Oktober 1944 in Djursholm. Sie ist damit beispielsweise eine Zeitgenössin des norwegischen Malers Edvard Munch (1863-1944). Af Klint ist eine Pionierin der abstrakten Kunst, ihr OEuvre war
teilweise vom Okkultismus inspiriert. Allerdings stellte sie zu Lebzeiten kaum aus (es sind lediglich 5 Ausstellungen in den Jahren 1906-1914 nachgewiesen) und sie bestimmte zudem, dass die erste Ausstellung frühestens 20 Jahre nach ihrem Tod stattfinden dürfe. So dauerte es bis in die
1980-er Jahre, bis der Name Hilma af Klint international bekannt wurde.
Hilma wurde in eine recht wohlhabende Familie hineingeboren und sie konnte von 1880-1882 an der Schwedischen Kunsthochschule sowie privat Unterricht in Portaitmalerei nehmen. Sie war unter den ersten Frauen, die danach von 1882 bis 1887 an der Königlichen Akademie der Freien
Künste in Stockholm Malerei studierten. In Deutschland erfolgte die Öffnung für ein Kunststudium für Frauen an staatlichen Einrichtungen erst 1919 (in Schweden ab 1864!). Nach ihrem Studien- Abschluss arbeitete sie im eigenen Atelier, zuerst fertigte sie hauptsächlich als Auftragsarbeiten
naturalistische Landschaften und Portraits. Hilma af Klint blieb unverheiratet und kinderlos.
Der frühe Tod ihrer Schwester Hermine war der Auslöser für ihre Beschäftigung mit Religion und Spiritismus, so nahm sie beispielsweise an Séancen teil und interessierte sich stark für Theosophie. Hilma war Mitglied der Theosophischen Gesellschaft Adyar. Ihre Malerei entfernte
sich demzufolge von der naturalistischen Widergabe, ihr Interesse lenkte sich darauf, wie psychologische Zustände malerisch erfasst werden können (so wie sie es beispielsweise bei Munch sah). Sie war auf der Suche nach einer geistigen Dimension von Kunst, traf sich mit vier
Frauen „De Fem“ (Die Fünf) und fungierte in dieser Gruppe als Medium. Lange vor den
Surrealisten praktizierte diese Gruppe automatisches Zeichnen und Scheiben.
Von 1900 bis 1901 war sie als Zeichnerin und Malerin bei der Tiermedizinischen Hochschule angestellt. Und bereits vom November 1906 datiert ihre erste Serie kleinformatiger abstrakter
Bilder - circa 5 Jahre vor Wassily Kandinsky. Ihr zentrales OEuvre, die Serie „Malereien für den Tempel“ umfasste dann auch schließlich 193 großformatige Gemälde, die meisten davon abstrakt.
Wegweisend war ihr Treffen 1908 mit Rudolf Steiner, damals noch Generalsekretär der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, von dem sie sich Interpretationen ihrer Arbeiten erhoffte. Er besuchte sie zwar in ihrem Atelier, deutete aber ihre Malerei nicht, sondern äußerte
sich kritisch gegenüber der Art ihrer medialen Inspirationen. Daraufhin stellte sie das Malen für vier Jahre - bis auf ein Portrait aus dem Jahr 1910 - komplett ein.

Ab 1912 arbeitete sie dann an ihrer zentralen Tempelserie: unabhängiger von medialen Einflüssen und strenger in der Komposition. Organische Gebilde wichen mehr und mehr geometrischen Formen. Steiner’s Anthroposophie zog sie immer stärker an, so wurde sie 1920 Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft.
Als ihre fast blinde Mutter, die sie in der Hauptsache versorgt hatte, starb, hatte Hilma af Klint mehr Freiraum für Reisen und besuchte beispielsweise das neu eröffnete Goetheanum in Dornach. Dort traf sie auch Steiner erneut. In den folgenden Jahren lebte sie oft monatelang im
Goetheanum, was auch Auswirkungen auf ihren künstlerischen Stil hatte.
Ihre Arbeiten waren zeit ihres Lebens (und auch danach) in der Öffentlichkeit kaum bekannt, da die Werke bei ihrem Neffen und Erben Erik af Klint lagerten. Erst Anfang der 1980-er Jahre wandte dieser sich an ausgesuchte Kunsthistoriker und Theologen. Heute befindet sich ihr Gesamtwerk
mit über 1000 Werken und 125 Notizbüchern in einer Hilma-af-Klint-Stiftung in Stockholm. Nach dem Willen von Hilma af Klint darf ein genau definiertes zentrales Konvolut ihrer Arbeiten nie verkauft werden.
1984 wurde ihr Werk in erstmals in Helsinki einer größeren Öffentlichkeit präsentiert, 1986 wurden ihre Arbeiten gleichberechtigt mit Kandinsky, Malewitsch, Mondrian und Picabia in der Ausstellung „The Spiritual in Art“ in Los Angeles, Chicago und den Haag gezeigt. 1995 wurde sie
dem deutschen Publikum in der Ausstellung „Okkultismus und Avantgarde“ in Frankfurt bekannt, 2013 schließlich gab es dann in Stockholm eine große Retrospektive (die später auch in Berlin, Málaga und Dänemark gezeigt wurde); gleichzeitig wurden ihre Gemälde auf der Biennale in
Venedig ausgestellt. 2018 zeigte das Guggenheim in New York eine großangelegte Retrospektive.
Und damit sind wir im Hier und Jetzt angekommen...Eine spannende Lebensgeschichte einer der
noch viel zu wenig bekannten Pionierinnen der abstrakten wie der mystischen Kunst. was sich ja nun sicher mit dem aktuellen Film ändern wird:

Viel Sehvergnügen dabei!

 

 

 

 

Liebe BesucherInnen,

was wir alle schon ahnten in dieser Zeit:

Unsere geplante Ausstellung in Wendlingen wird auf 2021 verschoben!

Plakate und Flyer wurden bereits gedruckt, doch die aktuelle Situation hat auch hier gefordert, die Galerie des Kunstvereins Wendlingen zu schließen.

Möchten Sie dennoch einen kleinen Eindruck von den im nächsten Jahr gezeigten Arbeiten gewinnen, so schauen Sie unter:

www.galerie-wendlingen.de/fotos/2/146480/fotoserien/ausstellung-zeitspuren-,-

 

Wir würden uns freuen, Sie im kommenden Jahr gesund bei unserer Ausstellung in Wendlingen begrüßen zu können.

 

Voller Hoffnung blicken wir auf die im Herbst (18.09.-4.10.) geplante Ausstellung " Chiffren" in der

Klosterkirche in Pfullingen. Nähere Informationen folgen.

 

Bleiben Sie gesund!

 

 

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